Praxisanleiter*in für die außerklinische Intensivpflege mit Teamleiterqualifikation

Schwerpunkte sind das Führen und Leiten von Teams
sowie Grundlagen der familienzentrierten Pflege

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Schulungsort

IHCC Akademie, Am Penzinger Feld 13, 86899 Landsberg am Lech

Kosten

Die Weiterbildungskosten betragen 2.400,- Euro zuzügl. gesetzl. MwSt.
Darin enthalten sind Kursunterlagen und Pausengetränke sowie Mittagessen und Snacks.

Kursstruktur

Die Qualifizierung umfasst 230 Stunden, die sich wie folgt aufteilen:

  • 144 Stunden (18 Tage) Präsenzunterricht verteilt auf 5 Unterrichtsblöcke:

    04. - 07.12.2017 (4 Tage)
    08. - 11.01.2018 (4 Tage)
    05. - 08.02.2018 (4 Tage)
    12. - 14.03.2018 (3 Tage)
    02. - 04.05.2018 (3 Tage)


  • 70 Stunden Fernstudium
  • 16 Stunden Hospitation an einer Kranken- oder Altenpflegeschule

Die integrierte Weiterbildung zum Praxisanleiter erfüllt in Bezug auf Inhalt und Umfang das Kranken- und Altenpflegegesetz, die Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und des deutschen Bildungsrates für Pflegeberufe (DBR) für die Qualifizierung von Praxisanleitern.

Die Weiterbildung ist nach der Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (AVPfleWoqG) Teil 6 und 7 staatlich anerkannt.

Zielgruppe der Weiterbildung

  • Pflegekräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege, die zukünftig als Praxisanleiter*in und/oder im Bereich Case Management tätig sein wollen.
  • Pflegefachkräfte, die sich für systemisches Denken und Handeln und die familienzentrierte Pflege interessieren und intensivpflegebedürftige Pflegekunden und deren Angehörige zukünftig mit „einem anderen Blick“ betreuen und beraten wollen.
  • Pflegefachkräfte, die Einarbeitungsprozesse optimaler gestalten und pädagogische Prinzipien berücksichtigen wollen.

Die Tätigkeit in einem ambulanten (Intensiv-)Pflegedienst oder einem Langzeitpflegebereich ist wünschenswert bzw. sollte geplant sein, da die Weiterbildung die besondere Situation in diesen Pflegebereichen berücksichtigt.


Module und Inhalte

Die Weiterbildung gliedert sich inhaltlich in fünf Module.

1. Modul: Lern- und Bildungsprozesse gestalten

  • Einführung in pädagogisches und didaktisch-methodisches Denken
  • Lern-, wahrnehmungs- und emotionspsychologische Bedingungen
  • Systemisch-konstruktivistische Perspektiven des selbstgesteuerten Lernens und der Lernberatung
  • Gesprächsführung: Erst- und Abschlussgespräch, das helfende Gespräch, Beurteilungsgespräch, das Konflikt- und Kritikgespräch
  • Anleitungsprozesse unter lernphysiologischen und didaktischen und Kriterien und unter Berücksichtigung des selbstgesteuerten Lernens gestalten, kreative Anleitungssituationen planen, durchführen und evaluieren
  • Prinzipien von Einarbeitungskonzepten und -prozessen

2. Modul: Grundlagen der systemischen Beratung und der familienzentrierten Pflege

  • Einführung in die familienzentrierte Pflege (Family Nursing)
  • Familienassessments (Genogramm, Familienbefragung u.a.) und systemische Beratungsmethoden nach dem Calgary-Familien-Assessment und Interventionsmodell von L. Wright und m. Leahey
  • Bewältigungshandeln von chronisch Kranken verstehen und pflegerisch begleiten
  • Bewältigungsstrategien von Angehörigen und Integrationsarbeit
  • Umgang mit Nähe und Distanz
  • Systemische Coachingkompetenzen, wie zirkuläres und lösungsorientiertes Fragen, kreative und darstellende Methoden
  • Kollegiale Beratung
  • Möglichkeiten der Konfliktprävention und -intervention
  • Teammoderation und supervisorisches Arbeiten an konkreten Fällen

3. Modul: Personale Kompetenzbildung

  • Soziale Rollen, Rollenerwartungen, Rollenkonflikte
  • Die Rolle des Anleiters/Teamleiters im Team, Rollenreflektion, Stellenbeschreibung
  • Praktische Leistungen professionell beurteilen

4. Modul: Management und Führung im außerklinischen Versorgungskontext

  • Systemische Beratungskompetenzen in unterschiedlichen Konfliktsituationen
  • Leitungs- und Führungskompetenzen, eigenes Führungsverhalten reflektieren
  • Organisationspsychologische Grundlagen, Organisationsstrukturen und -prozesse verstehen, Spannungsfelder erkennen
  • Grundlagen des Qualitätsmanagements

5. Modul: Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen

  • Berufsrecht im Handlungsfeld von Management und Bildung
  • Kranken- und Altenpflegegesetz, Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen Qualitätsmanagement und -sicherung im Anleitungsprozess Mündliche Abschlussprüfung

Prüfungsleistung

Gemäß den curricularen Vorgaben des AVPfleWoqG (§§88 – 92), den Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft und des Deutschen Bildungsrates für Pflegeberufe (DBR) sind folgende Prüfungsleistungen zu erbringen:

  • Fallbearbeitung in Form einer mündlichen Prüfung
  • Projektarbeit zu einem selbstgewählten Thema
  • Mündliche Abschlussprüfung mit Präsentation der Projektarbeit

Die Teilnehmer erhalten nach erfolgreicher Prüfung eine staatlich anerkannte Urkunde über die Erlaubnis zur Führung der Weiterbildungsbezeichnung Praxisanleiter. Zudem werden die vermittelten Inhalte differenziert aufgeführt.


Wodurch zeichnet sich die Weiterbildung „Praxisanleiter*in mit einer Spezialisierung: Führen und Leiten von Teams und Grundlagen der familienzentrierten Pflege“ aus?

Die Patientenversorgung in der ambulanten Pflege bzw. in der außerklinischen Intensivpflege nimmt mittlerweile eine wichtige Position im Pflegesektor ein. Pflegekräfte, die über Berufserfahrung im klinischen und stationären Bereich verfügen, stehen in der ambulanten (Intensiv-)Pflege vor ganz neuen Herausforderungen. Neben einer professionellen Pflege und Umsetzung therapeutischer Maßnahmen sind ausgeprägte soziale Kompetenzen von besonderer Bedeutung, da die Versorgung der Patienten häufig in einem familiären Umfeld stattfindet und über sehr lange Zeit besteht

Der Praxisanleiter mit einer Spezialisierung: Führen und Leiten von Teams und Grundlagen der familienzentrierten Pflege übernimmt eine wichtige Schlüsselposition in ambulanten (Intensiv-)Pflegediensten. Er ist das Bindeglied zwischen Geschäftsleitung, Pflegekräften und Pflegekunden und deren Angehörigen. Diese besondere Rolle erfordert eine hohe Fach- und Sozialkompetenz, aber auch Führungswissen, die Fähigkeit Mitarbeiter nach pädagogischen Kriterien einzuarbeiten und zu motivieren, Veränderungsprozesse zu initiieren und Konflikte konstruktiv anzugehen.

Vermittlung von pädagogischen Kompetenzen

Die Qualifizierung vermittelt den aktuellen Stand berufspädagogischen Wissens. Die Teilnehmer werden befähigt, individuelle Anleitungssituationen zu gestalten unter Berücksichtigung der Prinzipien des selbstgesteuerten Lernens, den Lernenden bei der Erreichung seiner Lernziele zu unterstützen und diese zu beurteilen.

Im Rahmen der Erwachsenenbildung werden die Kompetenzen der Teilnehmer im selbstgesteuerten Lernen erweitert. Durch Studienaufträgen und Gruppenarbeiten können die Teilnehmer ihre Methodenkompetenz und soziale Kompetenz erweitern.

Vermittlung von systemischen und beraterischen Kompetenzen und familienzentrierte Pflege

Im Rahmen der Qualifizierung werden den Teilnehmern die Grundlagen einer systemisch orientierten, patienten- und familienorientierten Pflege vermittelt. Sie lernen systemisches Denken und Handeln in konkreten Praxis- und Beratungssituationen anzuwenden. Über den pflegewissenschaftlichen Ansatz des Family Nursing (Familienzentrierte Pflege) wird den Teilnehmern der professionelle Umgang mit familiendynamischen Themen – wie z.B. Bewältigungshandeln chronisch Kranker, Nähe und Distanz, Umgang mit Konflikten im Familienkontext des Pflegekunden – näher gebracht. Sie werden in die Lage versetzt, neue Mitarbeiter und Pflegeteams in die familienorientierte Pflege einzuführen.

Vermittlung von Führungskompetenzen

Im Rahmen der Qualifizierung entwickeln die Teilnehmer*innen Leitungs- und Führungskompetenzen. Sie reflektieren persönliche Stärken und Schwächen, auch in Verbindung mit den beruflichen Rollen und Erwartungen. Sie lernen Konflikte im Versorgungskontext wertschätzend zu lösen und zu moderieren. Die enge Verzahnung der familienzentrierten Pflege mit der systemischen Managementlehre findet in den spezifischen Inhalten statt.